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schauanleitung für die schaustellung

 

diese schauanleitung soll den schauenden keinesfalls in irgendeiner weise beeinflussen oder ihm das richtige schauverhalten in schauräumen vor den schaubildern aufdrängen. es soll vielmehr zum richtigen schauen der schaubilder anregen.

der schauende muss sich zunächst vollkommen frei im schauraum bewegen können. er soll sich konzentriert und unabhängig von anderen schaubesuchern dieser schauenden tätigkeit hingeben können.

der schauende im schauraum vor den schaubildern soll sich konzentriert und unbeeinflusst von schauurteilen der anderen mitschauenden seinen persönlichen eindruck über die zur schau gestellten schaubilder erschauen.

es ist unbedingt zu empfehlen die schaubilder in den dafür vorgesehenen schauräumen aus angemessener schauentfernung zu beschauen. schnelles hastiges bewegen in schauräumen vor den schaubildern ist nicht zu empfehlen und daher abzulehnen, quasi das schnelle vorbeischauen von einem schaubild zum anderen ist nicht angebracht, weil beiläufig erschautes im nächsten augenblick zur gänze vergessen wird.

beim beschauen der schaubilder sollte aber unbedingt das leseschauen, welches in diesem fall ein fehlschauen oder ein vor und zurückschauen ist, vermieden werden. jenes geschieht, wenn der schauende zuerst die kleinen schaubildbeschreibungen, die meist rechts, oder links unten, neben den zu beschauenden schauwerken angebracht sind, liest, und danach das eigentliche schaubild betrachtet.

der umgekehrte vorgang also ist der einzig richtige, nämlich zuerst das schaubild zu beschauen und danach, aber nur wenn es unbedingt erforderlich ist, die zugehörige schaubildbeschreibung zu lesen, dieses ist aber nur in jenen ausnahmefällen zulässig, wenn es für den schauenden die einzige möglichkeit darstellt, sich das erschaute näher zu bringen. der schauende, dessen sichtweise durch die schaubildbeschreibung stark manipuliert wird, kann die schaubilder nicht mehr, wie es erforderlich wäre, unbeeinflusst erfassen und auf sich wirken lassen.

so wird der schauende zum eingeschränkt schauenden, das schaubild zum eingeschränkten schaubild und die schaustellung zur eingeschränkten schaustellung.

besser wäre von vornherein seitens der schausteller auf diese schaubildbeschreibungen in den schauräumen zu den schaubildern zu verzichten und sie gänzlich wegzulassen, da der beschauer das schaubild dadurch nicht frei interpretieren kann.

das erschaute soll der schauende in sich aufnehmen, sich daran erfreuen, es kritisieren, oder aber das erschaute ablehnen. allein das schauen auf schaubilder, im eigentlichen sinn auf das wort schauen zu reduzieren erscheint als zu wenig und ist daher für den schauenden abzulehnen.